Benzin und Diesel: Pflichtlager mussten einspringen

Ein Raffinerieunterbruch und das Niedrigwasser auf dem Rhein haben die Schweizer Treibstoffversorgung im September unter Druck gesetzt. Um den Engpass zu überbrücken, wurden fast 50’000 Kubikmeter Benzin und Diesel aus den Pflichtlagern bezogen. Die Raffinerie in Cressier läuft inzwischen wieder, doch die Versorgungslage bleibt angespannt.


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Benzin und Diesel: Pflichtlager mussten einspringen

Wenn Raffinerie und Rhein gleichzeitig ausbremsen, wird es auch an der Tankstelle eng. Anfang September traf der rund zweiwöchige Produktionsunterbruch der einzigen Schweizer Erdölraffinerie in Cressier auf die seit Wochen eingeschränkte Rheinschifffahrt. Das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) bewilligte deshalb vorübergehend den Zugriff auf die Pflichtlager.

Vom 8. bis 20. September durften bis zu 30’000 Kubikmeter Diesel und ebenso viel Benzin freigegeben werden. Beim Benzin wurde die bewilligte Menge vollständig ausgeschöpft, beim Diesel rund zwei Drittel. Damit wurden insgesamt knapp 50’000 Kubikmeter aus den Reserven bezogen – jeweils weniger als drei Prozent der entsprechenden Pflichtlagerbestände. Die entnommenen Mengen müssen innerhalb von sechs Monaten wieder eingelagert werden.

Die Intervention war zeitlich begrenzt. Nachdem der technische Defekt behoben war, nahm die Raffinerie in Cressier ihre Produktion wieder auf. Damit kann der Bedarf an Benzin und Diesel derzeit wieder über die regulären Versorgungskanäle gedeckt werden; weitere Bezüge aus den Pflichtlagern sind laut BWL aktuell nicht nötig.

Entspannt ist die Lage damit allerdings nicht. Das anhaltende Niedrigwasser auf dem Rhein schränkt die Transportkapazitäten weiterhin stark ein. Der BWL zufolge ist der Schiffsverkehr wegen der tiefen Pegel inzwischen faktisch zum Erliegen gekommen. Lieferungen müssen deshalb stärker auf andere Transportwege ausweichen.

Auch die internationale Lage wirkt auf den Schweizer Markt. Branchenvertreter verweisen auf strukturelle Veränderungen bei den Raffineriekapazitäten und eine angespannte Versorgungslage in Europa. Wie lange die aktuelle Belastung anhält, lässt sich angesichts der komplexen internationalen Öl- und Logistikmärkte nur begrenzt voraussagen.

Für den Moment bleibt die wichtigste Nachricht daher: Der Treibstoff fliesst, bleibt aber bis 2027 hinein teuer. Die Schweizer Versorgung ist laut BWL derzeit sichergestellt – die Sicherheitsreserve hat ihren Zweck erfüllt, während Raffinerie und Rhein wieder zum entscheidenden Teil der Lieferkette werden.


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