Der Mann am Herd: eine Wiedergeburt?

Aufruf auch in der immer noch eher maskulin geprägten Branche zwischen Nutzfahrzeugen und Garagen: Auf den 5. November fällt im Jahr 2026 der Men Make Dinner Day! Ein Feiertag, der – genau genommen – keiner ist, aber durchaus das Zeug dazu hätte, zum kulinarischen Wendepunkt in manchem Männerleben zu werden. Ist es heute noch nötig, hartgesottene Exemplare dieser Spezies mit sanftem Druck oder gar Zwang an Herd und Kochlöffel zu nötigen? Falls ja, bietet dieser Tag den idealen Anlass. Also, Männer: Schürze an und ran!


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Der Mann am Herd: eine Wiedergeburt?

Nach meiner Beobachtung zerfällt die männliche Küchenbevölkerung in drei recht unterschiedliche Teilgruppen.

Da wäre zunächst die kleine, aber feine und erlesene Minderheit der geschulten Gastronomen, weltläufigen Hoteliers und erfahrenen Jäger. Sie beherrschen Pfanne, Flambierbrenner und Wildbret mit einer Selbstverständlichkeit, die selbst ambitionierte Hobbyköchinnen gelegentlich vor Neid erblassen lässt. Bei ihnen wird nicht gekocht, sondern zelebriert.

Dann gibt es das zahlenmässig deutlich überlegene Heer der kulinarischen Drückeberger: Fast-Food-Einkäufer, Döner-Besteller und Stullen-Schmierer. Sie schleppen sich ernährungstechnisch irgendwie durch den Tag, bis Cholesterinspiegel, Blutdruck und Reflux irgendwann die Regie übernehmen. Ihre Vorstellung von Kochen: Die Pizza kommt heiss, der Karton bleibt kalt.

Dazwischen bewegt sich das Mittelfeld. Es kann mehr oder weniger selbstgemachte Pasta und Pizza vorweisen, strebt mit wechselndem Erfolg die Würde eines Grillmeisters an und bewährt sich, solange der Gasdruck reicht und zwischen die Fleischnahrung gelegentlich ein Salatblatt gerät. Immerhin!

Dass Kochen durchaus erotische Nebenwirkungen haben kann, ist bekannt. Penelope Cruz wird das Zitat zugeschrieben: „Wenn ein Mann für Dich kocht und der Salat enthält mehr als drei Zutaten, meint er es ernst.“ Eine Erkenntnis, die manchem Mann die Augen öffnen dürfte. Wobei andere schon an der dritten Zutat scheitern.

Der Men Make Dinner Day ist also weniger ein Aufruf zur Emanzipation des Kochlöffels als eine freundliche Erinnerung an die häusliche Arbeitsteilung. Denn natürlich gilt: „Männer, die kochen, sind unwiderstehlich. Solange man danach nicht die Küche aufräumen muss.“ Ein Satz, den sich vermutlich auch mancher Kerl gefallen lassen muss. Niemand verlangt ein Michelin-Menü. Ein anständiges Abendessen wäre schon ein Anfang.

Und wer partout nicht kochen kann, darf wenigstens abwaschen. Auch das ist eine Form von Haute Cuisine – nur ohne Haute.

Christian Doepgen


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