Fokussiert wachsen statt sich zu verzetteln
Wie die Eckold AG mit Fahrzeugtechnik, Beratungskompetenz und Nachhaltigkeit punktet
Fokussiert wachsen statt sich zu verzetteln
Die Eckold AG vereint industrielle Tradition mit moderner Fahrzeugtechnik und klarer Marktpositionierung. Im Interview mit transport.ch spricht Stefan Flütsch über die Entwicklung vom Umformtechnikbetrieb zum Dreispartenunternehmen, über die Bedeutung beratungsintensiver Produkte und über nachhaltige Produktionskonzepte. Zudem erläutert er, wo Eckold wachsen will – und warum Fokus dabei entscheidend ist.
Herr Flütsch, die Eckold AG kann auf eine sehr lange Unternehmensgeschichte zurückblicken. Wie haben sich die Anfänge gestaltet?
Der Betrieb bestand bereits vor dem Zweiten Weltkrieg und hatte seine Wurzeln in der Umformtechnik. Darauf folgte die Präsenz in der Schweiz – der hiesige Betrieb startete 1957. Diese frühe Industrialisierung prägt unsere technische DNA bis heute.
Seit 1973 ist Eckold im Automobilbereich tätig. Was hat diesen Schritt ausgelöst?
Wir haben damals erkannt, dass unsere Technologien und Fertigungskompetenzen hervorragend zu Fahrzeuganwendungen passen. Der Einstieg in den Automobilbereich war strategisch und hat sich als langfristig richtig erwiesen. Seither sind Fahrzeugkomponenten ein zentrales Standbein unseres Unternehmens.
Wie hat sich das Leistungsangebot von Eckold im Laufe der Jahre verändert?
Anfangs lag der Fokus stärker auf einzelnen Komponenten wie Verschlüssen. Schritt für Schritt haben wir uns hin zur umfassenden Fahrzeugtechnik und zur kompletten Ausstattung weiterentwickelt. Heute denken wir deutlich lösungsorientierter und näher am Kunden.
Auf welchen Geschäftsbereichen basiert Eckold heute?
Wir arbeiten heute in drei Geschäftsbereichen: Fahrzeugtechnik, CNC-Fertigung von Dreh- und Frästeilen sowie Maschinen zur Blechumformung. Diese Standbeine sind unterschiedlich, ergänzen sich aber sehr gut. Genau darin liegt ein grosser Teil unserer Stärke.
Wie nutzen Sie Synergien zwischen diesen Bereichen – und wo sehen Sie Grenzen?
Synergien ergeben sich beispielsweise in der Logistik, im Einkauf oder im Fertigungs-Know-how. Gleichzeitig erfordert die Vielfalt der Märkte viel Disziplin, um den Fokus nicht zu verlieren. Die Gefahr der Verzettelung ist real und wird aktiv gemanagt.
Wo sehen Sie aktuell das grösste Entwicklungspotenzial für Eckold?
Ein grosses Potenzial sehen wir im Bereich ALUCA Fahrzeugeinrichtungen, in den wir 2003 eingestiegen sind. Noch sind wir in dem Segment ein vergleichsweise kleiner Player, wollen aber gezielt Marktanteile aufbauen. Dabei setzen wir bewusst auf funktionale und wirtschaftliche Lösungen.
Eckold setzt stark auf beratungsintensive Produkte. Warum ist das so wichtig?
Beratungsintensive Produkte lassen sich nicht einfach über den Preis vergleichen. Unsere Kunden profitieren von unserer Erfahrung und von Lösungen, die exakt auf ihre Anwendungen abgestimmt sind. Das schafft langfristige Kundenbeziehungen.
Welche Rolle spielt der Webshop im Vertriebskonzept von Eckold?
Einfache, standardisierte Produkte vertreiben wir effizient über unseren Webshop. Dieser trägt inzwischen rund 25 % zum Gesamtumsatz bei und gewinnt weiter an Bedeutung. Der neue Webshop wurde Anfang November 2025 lanciert und ist deutlich benutzerfreundlicher.
Nachhaltigkeit ist bei Eckold ein zentrales Thema. Wie wird sie konkret umgesetzt?
Alle Hallendächer sind mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, zudem ist der Betrieb seit 2024 an das Fernwärmenetz angeschlossen. Saisonal können wir energetisch bereits autonom arbeiten. Auch Themen wie Reststückverwertung sind fest in unseren Prozessen verankert.
Was präsentiert Eckold an der transport.ch 2025, und wie fällt Ihr Messefazit aus?
Wir zeigen natürlich unsere ganze Palette in diesem Bereich. Ein besonderes Highlight ist unsere WIHAG GreenBox Lite, ein funktionaler, nachhaltiger und preiswerter Kofferbausatz. Das System ist langlebig, nahezu vollständig recycelbar und unterstützt eine effizientere, umweltfreundlichere Transportlogistik. Unser Fazit vom Stand in Halle 3.0/A010: Wir sind sehr zufrieden – und ein bisschen stolz auf unsere Leistung über diese intensiven vier Tage.