Verkehrspolitik 2045: Strasse bedarf Gleichstellung mit der Bahn

Mit der Vorlage «Verkehr '45» will der Bundesrat die langfristige Entwicklung der Schweizer Verkehrsinfrastruktur planen. Der Dachverband strasseschweiz begrüsst zwar den Abbau wichtiger Engpässe, kritisiert jedoch die zu geringe Priorisierung des Nationalstrassennetzes. Er fordert eine Verkehrspolitik, die Strasse und Schiene gleichwertig betrachtet.


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Verkehrspolitik 2045: Strasse bedarf Gleichstellung mit der Bahn

Die vom Bundesrat vorgestellte Vorlage «Verkehr '45» hat in der Verkehrsbranche eine Debatte über die künftige Ausrichtung der Schweizer Infrastrukturpolitik ausgelöst. Während der Bund einen langfristigen Ausbau der Verkehrssysteme plant, bemängelt der Verband strasseschweiz, dass die Strasseninfrastruktur im vorgesehenen Ausbauschritt 2027 nur am Rand berücksichtigt werde.

Aus Sicht des Dachverbands steht die Diskussion vor allem im Zeichen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Landes. Die Strasse bleibt der wichtigste Verkehrsträger der Schweiz: Rund drei Viertel aller Personenkilometer sowie knapp zwei Drittel des Güterverkehrs werden über das Strassennetz abgewickelt. Besonders zentral sind dabei die Nationalstrassen. Obwohl sie nur einen kleinen Teil des gesamten Strassennetzes ausmachen, tragen sie einen erheblichen Anteil des Personen- und Güterverkehrs.

Gleichzeitig wächst der Druck auf die Infrastruktur. Die Zahl der Staustunden auf den Nationalstrassen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Prognosen des Bundes gehen zudem davon aus, dass sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr bis 2050 weiter wachsen werden. Vor diesem Hintergrund fordert strasseschweiz einen gezielten Ausbau bestehender Kapazitäten und eine konsequente Beseitigung von Engpässen.

Der Verband argumentiert, dass leistungsfähige Nationalstrassen nicht nur für Unternehmen und Logistikbetriebe wichtig seien. Auch Städte und Agglomerationen würden profitieren, wenn der Durchgangsverkehr auf den Hauptachsen bleibe und nicht auf das untergeordnete Strassennetz ausweiche. Investitionen in die Hauptverkehrsachsen seien deshalb auch ein Beitrag zur Entlastung urbaner Räume.

Kritisch beurteilt strasseschweiz insbesondere die aus seiner Sicht starke Fokussierung der Vorlage auf den Schienenverkehr. Zwar werde die Bedeutung der Bahn nicht infrage gestellt. Eine nachhaltige Verkehrspolitik müsse jedoch sämtliche Verkehrsträger berücksichtigen und die tatsächlichen Mobilitätsbedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft in den Mittelpunkt stellen. Gefordert wird deshalb eine integrierte Planung, bei der Nationalstrassenprojekte und Agglomerationsprogramme stärker miteinander verknüpft werden.

In den kommenden Wochen wird strasseschweiz die Vernehmlassungsunterlagen im Detail analysieren und eine Stellungnahme einreichen. Die Diskussion um «Verkehr '45» dürfte damit zu einer Grundsatzdebatte über die Frage werden, wie die Schweiz ihr Verkehrssystem angesichts wachsender Mobilitätsbedürfnisse weiterentwickeln will.


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