CO₂-Ziele: Der Bund justiert nach

Der Bundesrat passt die CO₂-Vorgaben für Fahrzeuge ab 2030 an die europäische Entwicklung an. Während leichte Nutzfahrzeuge mehr Spielraum erhalten, müssen schwere Lastwagen deutlich sauberer werden. Zudem soll das EU-Energielabel die bisherige Schweizer Energieetikette ablösen.


Teile diesen Artikel:

CO₂-Ziele: Der Bund justiert nach

Neue Spielregeln für die Fahrzeugbranche

Die Schweiz richtet ihre CO₂-Vorschriften für Fahrzeuge stärker auf Europa aus. Am 4. November 2026 hat der Bundesrat die geplanten Änderungen des CO₂- und Energiegesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Bis zum 18. Februar 2027 können sich Interessierte dazu äussern. Im Zentrum stehen neue Emissionsziele, mehr Flexibilität für Importeure und ein einheitliches Fahrzeuglabel.

Bei den leichten Nutzfahrzeugen wird die Gangart ab 2030 etwas gemächlicher. Der CO₂-Zielwert soll von bisher 90,6 auf 108,7 Gramm pro Kilometer steigen. Für schwere Nutzfahrzeuge geht es dagegen in die andere Richtung: Ihre Emissionen müssen ab 2030 um 45 statt wie bisher um 30 Prozent sinken.

Auch bei den Personenwagen und leichten Nutzfahrzeugen erhalten Importeure mehr Luft. Zwischen 2030 und 2032 sollen sie Zielüberschreitungen eines Jahres mit besseren Werten in einem anderen Jahr ausgleichen können. Sanktionen werden erst nach Ablauf dieser Übergangsphase fällig.

Die Vorlage orientiert sich am EU-Automobilpaket, dessen endgültige Ausgestaltung noch offen ist. Laut Bundesrat dürften sich die Lockerungen und Verschärfungen bei den CO₂-Emissionen weitgehend neutralisieren. Die finanziellen Folgen für Importeure werden im tiefen zweistelligen Millionenbereich erwartet – abhängig von der Marktentwicklung.

Auch bei der Energieetikette steht ein Wechsel an: Das seit 2003 verwendete Schweizer System soll durch das einheitliche EU-Label ersetzt werden. Neu können Hersteller die Kennzeichnung bereits mit dem Fahrzeug liefern. Eine Besonderheit: Sämtliche rein elektrischen Fahrzeuge landen künftig in der Kategorie A. Die Vernehmlassung bringt damit Bewegung in ein Regelwerk, das für Hersteller, Importeure und Handel relevant ist.


Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 7 und 8.