Natrium statt Lithium: Bestellung neuer Batterien

Lithium-Ionen-Batterien dominieren seit Jahren den Markt – doch ihre Produktion ist teuer und belastet Umwelt wie Lieferketten. Nun sorgt ein Rekordauftrag aus China für einen möglichen Wendepunkt: Natrium-Ionen-Batterien gelten plötzlich als ernsthafte Alternative für die Energiespeicherung der Zukunft.


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Natrium statt Lithium: Bestellung neuer Batterien

Der weltweite Boom bei Elektroautos und Stromspeichern hat Lithium zu einem strategischen Rohstoff gemacht. Doch der Abbau des Metalls verschlingt enorme Mengen Wasser, zerstört Ökosysteme und macht viele Länder abhängig von wenigen Förderregionen. Genau hier setzen Natrium-Ionen-Batterien an.

Der chinesische Batteriehersteller CATL, Weltmarktführer der Branche, hatte bereits 2025 angekündigt, die Technologie im großen Stil industrialisieren zu wollen. Jetzt folgt der bislang stärkste Beweis dafür, dass der Durchbruch näher rückt: Gemeinsam mit dem Energiespeicher-Integrator HyperStrong unterzeichnete CATL nunmehr Ende April 2026 einen Dreijahresvertrag über 60 Gigawattstunden Natrium-Ionen-Batterien – die größte Bestellung dieser Art weltweit.

Die Vereinbarung umfasst Forschung, Entwicklung und konkrete Speicherprojekte. Das Auftragsvolumen entspricht etwa der Hälfte aller stationären Batteriesysteme, die CATL im Jahr 2025 ausgeliefert hatte. Nach Angaben des Unternehmens seien zentrale Probleme der Massenproduktion inzwischen gelöst – darunter Energiedichte, Feuchtigkeitskontrolle und Materialverformungen bei der Fertigung.

Die Vorteile der Technologie gelten als vielversprechend: Natrium ist rund tausendmal häufiger in der Erdkruste vorhanden als Lithium und geopolitisch deutlich weniger kritisch. Die neuen CATL-Zellen erreichen eine Energiedichte von 160 Wh/kg und sollen mehr als 15’000 Ladezyklen überstehen. Zudem funktionieren sie bei Temperaturen von minus 40 bis plus 70 Grad Celsius – ein klarer Vorteil gegenüber vielen Lithium-Ionen-Systemen.

Besonders interessant für die Industrie: Die Batterien besitzen dieselben Abmessungen wie bestehende Lithium-Modelle. Betreiber können ihre Infrastruktur weiter nutzen, ohne kostspielige Umbauten vornehmen zu müssen. Branchenbeobachter vergleichen die mögliche Wirkung des Deals bereits mit dem Einfluss von DeepSeek auf die KI-Branche: sinkende Kosten, mehr Wettbewerb – und ein möglicher Technologiesprung für die globale Energiewende.

https://transport.ch/de/news/natrium-und-lithium


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