Neue IAA – Wieder eine Autoshow, aber doch anders

Morgen Dienstag startet die Internationale Automobilausstellung IAA. In München statt in Frankfurt, als Mobilitäts-Erlebnis-Event statt als einfache Autoshow. Mit einer starken Präsenz heimischen Schaffens, aber auch mit gewichtigen Absenzen.


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Kleiner, bayrischer und digitaler startet morgen das Comeback der IAA, als grosse Automesse vom 7. bis 12. September. Der einstige Monster-Anlass mit Besucherzahlen, die an der 1-Millionen-Grenze kratzten, geht neuerdings an der Isar statt am Main über die Bühne. Die Besucherzahlen in Frankfurt waren zuletzt stark rückläufig, stärker beispielsweise als in Genf.

Auch Aussteller wandten sich von vermeintlich altmodischen (und sehr teuren) Autoausstellungen zunehmend ab. Sie setzten ihr Marketing-Geld eher für eigene Veranstaltungen ein, und bestritten sie doch eine Messe, waren bei Autoherstellern zuletzt, das heisst vor Corona, eher Ausstellungen der Techbranche wie die CES Las Vegas angesagt.

Fokus Mobilität, nicht einfach Auto

Nun versucht die Veranstalterin, der Verband der Automobilindustrie, einen Neuanfang. Der Titel «IAA Mobility» sagt schon einiges über die Ausweitung des Konzepts aus. Wie Messen rund um den Globus verabschiedet man sich der puren Materialschlacht mit vielen glänzenden Exponaten und versucht, den Besuchenden ein vielfältiges Erlebnis zu bieten.

Die Verbreiterung des Ansatzes beinhaltet auch den Einbezug aller Mobilitätsanbieter. Kritiker haben schon gewitzelt, an der IAA seien nun mehr Velo- denn Automarken vertreten. Sogar der öffentliche Verkehr wird ab morgen Dienstag und bis kommenden Sonntag seinen Platz haben. VDA-Präsidentin Hildegard Müller hat denn auch eine integrierende Botschaft zu verkünden: «Mobilität wird häufig als ein, ‘Entweder-Oder' dargestellt – Fahrspass oder Nachhaltigkeit, Stadt oder Land, individuell oder öffentlich. Aber Mobilität ist stets ein vielfältiges UND. Auch Mobilität und Klimaschutz sind keine Gegensätze, es gibt kein, ‘Entweder-Oder', nur ein UND.»

Keine Vollbesetzung

Die Neuorientierung Richtung Mobilitätsmesse bietet wohl auch den Vorteil, dass es das Abseitsstehen von Ausstellern entschärft, denn über die Zukunft lässt sich auch vortrefflich sinnieren, wenn der eine oder andere Anbieter mit Abwesenheit glänzt, wie an der IAA Toyota oder sämtliche Marken des Stellantis-Konzerns.

Das Konzept der IAA 2021 sieht drei Schwerpunkte vor:

  • Summit – Inhaltlich der Kern der neuen IAA. Ein Branchentreffpunkt auf der Messe. Hier präsentieren Entscheider, Experten, Industrie, Zulieferer und Impulsgeber die Mobilität von morgen und ihre Innovationen. Hier gibt es Diskussionen, Konferenzen, Vorstellungen und Presse-Events. Das Nicht-Fach-Publikum kann ebenfalls mittun.
  • Blue Lane – Der schnellste Weg, Nachhaltigkeit und Mobilität erfahrbar zu machen. Besucher können auf einer innerstädtischen Teststrecke – quasi als Verbindung zwischen dem Summit und dem Open Space – die neuesten Low- und No-Emission-Modelle erfahren.
  • Open Space – Treffpunkt, um Besuchern an unterschiedlichen Orten Mobilität näherzubringen. Hier soll es an konkreten Produkten «auf den schönsten Plätzen Münchens» Dialoge über Visionen, Innovationen und Lösungen geben. Dazu sollen Gastronomie, Kunst und Kultur in den Open Space integriert werden.

Die auf sechs Tage verkürzte IAA startet am 7. September mit einem Medien-Event auf dem Messegelände. Gleich danach öffnen sich Summit, Blue Lane und Open Space fürs Messepublikum.

IAA-Biergärten statt Oktoberfest

Die neue IAA ist die erste internationale Grossveranstaltung in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie. In einigen deutschen Medien wurde letzthin schon fast genussvoll darüber spekuliert, ob steigende Covid-Inzidenzen und neue Veranstaltungsverbote den Anlass vielleicht doch noch kippen könnten. Da das Messekonzept auch in die Stadt hinein ausgreift, tröstet die IAA vielleicht sogar die Einheimischen ein bisschen, die auch 2021 aufs Oktoberfest verzichten müssen. Und ach ja, die IAA bietet auf dem Messegelände ein Stück Münchner Atmosphäre, mit 2000 Sitzplätzen in Biergärten.

 

Infos: https://www.iaa.de/de/mobility


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